Was Science und Fiction über die Zukunft des Menschen im Universum erzählen

Die Science Fiction des 21. Jahrhunderts richtet ihren Blick erneut ins Kosmische. Dabei geht es nicht nur um große, fast schon endzeitliche Erzählungen über das Universum, sondern auch um etwas sehr Grundlegendes: die Frage nach dem Menschen selbst. Inmitten unvorstellbarer Weiten von Raum und Zeit wird das Menschliche neu vermessen. Philosophisch, existenziell und oft mit einem Gefühl für das Unendliche.
Was Science Fiction dabei besonders macht, ist ihre Fähigkeit, völlig neue Welten zu erschaffen. Sie bewegt sich frei im Universum und denkt über die Grenzen unserer Realität hinaus. Doch genau darin liegt auch die Herausforderung: Welche Rolle spielt der Mensch in diesen gigantischen Dimensionen?
Wie gelingt es Autorinnen und Autoren, Leserinnen und Leser für Größenordnungen zu begeistern, die weit über jede Alltagserfahrung hinausgehen? Für Situationen, die niemand je selbst erleben wird, die uns aber dennoch fesseln, wenn wir nachts in den Sternenhimmel schauen?
Ein zentrales Merkmal dieser kosmischen Science Fiction bleibt ihre Offenheit. Zukunftsentwürfe im Universum lassen sich nicht planen oder festschreiben. Im Gegenteil: Gerade die Möglichkeit, dass alles ganz anders kommt als gedacht, gehört zu ihrem Kern. Jede Vision ist erlaubt, aber keine ist endgültig.
Warum also erlebt die kosmologische Science Fiction gerade jetzt eine neue Konjunktur? Ein Grund liegt sicher in den rasanten Fortschritten der Wissenschaft. Neue Theorien und Modelle liefern faszinierendes Material für literarische Experimente an der Grenze zwischen dem, was möglich scheint, und dem, was (noch) unmöglich ist.
Gleichzeitig beflügeln konkrete Bilder und Daten aus der Raumfahrt die Fantasie: Aufnahmen vom Mars, von Asteroiden und Kometen oder Missionen zum Mond und zu den äußeren Planeten eröffnen neue Perspektiven. Und nicht zuletzt sind da die beiden ältesten Botschafter der Menschheit: Voyager 1 und Voyager 2, die längst den interstellaren Raum erreicht haben. Sie stehen sinnbildlich für eine Realität, die selbst schon wie Science-Fiction wirkt und die gerade deshalb nach neuen Geschichten verlangt.
Der Autor Fritz Heidorn gibt in seinem neuen Buch auf 480 Seiten einen umfassenden Überblick auf die kosmologische Science Fiction, beachtet dabei aber auch neuere Strömungen der „wissenschaftlichen Phantastik“. Ausführliche Portraits und Essays über Autoren wie Cixin Liu, Ben Bova, Andreas Brandhorst oder Jack McDevitt erweitern die Sicht auf das Genre.
„Allein in Raum und Zeit“ erscheint im Selbstverlag über BoD und ist in den Formaten Hardcover und E-Book über alle gängige Plattformen bestellbar
ISBN 978-3-6957-3123-7 (Hardcover)
ISBN 978-3-6957-7877-5 (E-Book)
Olaf Zocher