Die Planeten (Teil 6 – Uranus, Neptun und Pluto)

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II.14  Uranus

Fakten (in aller Kürze)

Der Uranus unterscheidet sich durch die zunehmende Entfernung von der Sonne von den anderen Riesenplaneten Jupiter und Saturn. Seine Masse beträgt 14,54 Erdmassen, sein Inneres besteht überwiegend aus einer Mischung von kondensierten, flüchtigen Verbindungen wie Wasser, Methan, Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Wasserstoff, Helium und Gesteinen. Es gibt keine innere Wärmequelle und der Uranus empfängt viermal weniger Sonnenenergie als der Saturn und sechzehn Mal weniger Sonnenenergie als der Jupiter. Der Uranus besitzt 27 Monde.

Credit: NASA

Fiktion (mit aller Fantasie)

Es gibt einzelne und zumeist veraltete Science-Fiction Geschichten, in denen der Planet Uranus eine gewisse Rolle spielt[1], allerdings keine Explorer-Literatur, die den Planeten Uranus als Ort einer Handlung prominent ins Zentrum stellt.

II.15   Neptun

Fakten (in aller Kürze)

Der äußerste Riesenplanet Neptun weist einige Besonderheiten auf. Er ist dreißig Mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde und benötigt für einen Sonnenumlauf 165 Erdjahre. Über sein Inneres ist relativ wenig bekannt, es muss dort aber eine Wärmequelle geben, denn der Neptun strahlt 2,6-mal mehr Energie in Form von Wärme ab, als er von der Sonne erhält. Neptun hat die dynamischste Atmosphäre von allen Planeten des Sonnensystems. Die Sonde Voyager 2 hat bei ihrem Vorbeiflug die höchsten Sturmgeschwindigkeiten im gesamten Sonnensystem gemessen, mit Spitzenwerten von 2060 Kilometern pro Stunde. Der Neptun besitzt 14 Monde.

Fiktion (mit aller Fantasie)

Es gibt einzelne und zumeist veraltete Science-Fiction Geschichten, in denen der Planet Neptun eine gewisse Rolle spielt[2] allerdings kaum Explorer-Literatur, die den Planeten Neptun als Ort einer Handlung prominent ins Zentrum stellt. Einen gewissen Auftritt hat der Planet Neptun in der Kurzgeschichte „The Star“(1897) von H.G. Wells, in der er durch ein anderes massives Objekt zerstört wird sowie in dem Meisterwerk „Last and First Men“ (1930) von Olaf Stapledon, in der die späte Hochzivilisation der Menschheit ihre neue Heimat dort findet. Kurd Lasswitz hat ein Jahr vor seinem Tode im Jahre 1910 den Roman „Sternentau – Die Pflanze vom Neptunmond“ (1909) veröffentlicht[3], der die Begegnung von Menschen und pflanzlichen Aliens schildert, die von einem Mond des Neptun kommen. Im Zentrum des Romans steht die Kommunikation zwischen Menschen und Pflanzen, die sich zwar gegenseitig wahrnehmen, aber nicht wirklich miteinander kommunizieren können. Dies ändert sich mit der Ankunft eines Samenkorns vom Neptunmond. Kurd Lasswitz schildert in dem Kapitel „Auf dem Neptunmond“ neben diesem interessanten Thema auch die fiktiven Lebensbedingungen auf dem Mond des Neptun:

„Denn jene mattleuchtende Scheibe am Himmel ist der äußerste Planet unseres Sonnensystems, der Neptun. Jene Landschaft mit ihren Pflanzen und Seen liegt auf dem Monde, der den Planeten Neptun umkreist. Wenn das Licht der Sonne dorthin gelangt, so hat es nur noch den neunhundertsten Teil der Helligkeit wie auf der Erde; das bedeutet immer noch die Leuchtkraft von 630 Vollmonden bei uns. Aber es wird noch weiter gedämpft durch die Dichtigkeit der Atmosphäre, die dem Neptunmond zu eigen ist. Dafür liefert der große Planet selbst, dessen Durchmesser mehr als das Siebenfache von dem der Erde beträgt, außer dem reflektierten weißen Sonnenlicht auch Licht und Wärme von seinem eigenen Vorrate. Denn er ist selbst noch gasförmig und warm.“

In dem Film „Event Horizon“ (1997) spielt der Neptun eine Rolle. Ein Sternenschiff, das auf dem Wege nach Proxima Centauri war, taucht unerwartet in einem absteigenden Orbit um den Planeten Neptun wieder auf.  Die Crew eines Bergungsschiffs untersucht die Katastrophe, der die Besatzung zum Opfer gefallen ist.

II. 16  Pluto (Zwergplanet)

Fakten (in aller Kürze)

Der zum Zwergplaneten degradierte Pluto ist kleiner als die großen Monde des Jupiter und des Saturn. Pluto bekommt im Vergleich mit der Erde nur noch 0.4 Promille des Sonnenlichts ab. Pluto besteht zu 70% aus Gestein und zu 30% aus verschiedenem Eis. Seine Oberfläche ist extrem kalt, die Temperatur liegt bei durchschnittlich -230 Grad Celsius, was selbst die meisten Gase gefrieren lässt, so dass die Oberfläche von Pluto von einem Gemisch von Wasser-, Stickstoff-, Methan-, Kohlenstoffmonoxid-, Kohlenstoffdioxid- und Ammoniak-Eis bedeckt ist. Die Raumsonde „New Horizons“ hat im Jahre 2015 den Zwergplaneten Pluto erreicht und große Datenmengen gesammelt, die immer noch nicht vollständig ausgewertet sind. Als wichtigstes Ergebnis bislang gilt die Erkenntnis, dass es sich bei Pluto um einen sehr dynamischen Himmelskörper handelt, mit einer strukturreichen Oberfläche, die sich noch immer wandelt und die möglicherweise einen Ozean besitzt sowie eine Atmosphäre[4]. Entdeckt wurde auf Pluto der größte Stickstoff-Gletscher im Sonnensystem mit einer Ausdehnung von 800.000 Quadratkilometern, das entspricht etwa der Fläche von Deutschland und Schweden zusammen. Die Raumsonde „New Horizons“ hat Plutos Monde „Charon“, „Nix“ und „Hydra“ kartiert und fliegt inzwischen in den Kuipergürtel weiter, um am 1. Januar 2019 den Gesteinbrocken mit der Katalogbezeichnung „KBO2014MU69“ beim Vorbeiflug zu untersuchen. Die Mission soll dann bis in das Jahr 2021 weitere zwei Dutzend Objekte im Kuipergürtel anfliegen. 

Fiktion (mit aller Fantasie)

Der Planet Pluto findet einen gewissen Platz in vielen Science-Fiction Erzählungen[5]. Erwähnenswert ist sein Auftritt in dem Buch „Icehenge“ (1984) von Kim Stanley Robinson, in dem ein mysteriöses Monument auf Pluto gefunden wird, das sich als übergroße Version von Stonehenge herausstellt. Gregory Benford beschreibt in seinem Buch „The Sunborn“ (2006), dass die erste Expedition zum Pluto intelligente Lebewesen entdeckt, die dort an der Küste des kalten Stickstoff-Meeres leben. Diese Lebewesen stellen sich als Ergebnis eines Experiments heraus, das von anderen Intelligenzen durchgeführt wird, die in der Astrosphäre der Sonne leben.


[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Uranus_in_fiction. Abgerufen am 8.5.2018.

[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Neptune_in_fiction. Abgerufen am 8.5.2018.

[3] Ich danke Dieter von Reeken für den Hinweis auf das Buch „Sternentau – Die Pflanze vom Neptunmond“ von Kurd Lasswitz und verweise auf die wunderbare Ausgabe des Buches in seiner Kollektion Laßwitz, Band 8, in der DvR-Reihe.

[4] Alan Stern: Plutos Enthüllung. In: Spektrum SPEZIAL Physik Mathematik Technik 1.18, Seite 14-21.

[5] https://en.wikipedia.org/wiki/Pluto_in_fiction.

Fritz Heidorn/ Oldenburg